Anke hat mit ihrer Blogparade die Frage gestellt: Was bedeutet Wertschätzung von Lebensmitteln für dich? Eine Frage, die mich sofort berührt hat – denn für mich hängt sie ganz eng mit meinem Herzensthema zusammen: der Wertschätzung des eigenen Körpers und damit des eigenen Lebens.
Die 3 wichtigsten Punkte in Kürze:
– Lebensmittel sind für mich wörtlich zu nehmen: Mittel, um zu leben. Wertschätzung bedeutet für mich, alle Wesen zu ehren, die daran mitgewirkt haben – Pflanzen, Tiere, Bäume und ihre Elementarwesen.
– Eine Erfahrung auf einer Cattle Station im australischen Outback hat mein Verhältnis zu tierischen Lebensmitteln nachhaltig verändert.
– Lebensmittelwertschätzung und Selbstwertschätzung gehören für mich untrennbar zusammen – das eine trägt das andere.
Was verstehe ich unter Lebensmittelwertschätzung?
Lebensmittel – das Wort nehme ich wörtlich: Mittel, um zu leben. Das unterscheidet sie für mich von Nahrungsmitteln, die vom Menschen produziert und weiterverarbeitet werden, statt direkt aus dem Leben selbst zu kommen. Ich brauche Lebensmittel, um zu leben, und für mein Empfinden sollten sie so natürlich und naturbelassen wie möglich sein.
Wertschätzung von Lebensmitteln bedeutet für mich, alle Wesen zu schätzen, die dazu beigetragen haben, dass gute, gesunde, ursprüngliche Lebensmittel auf unseren Tisch kommen: Bäume, Tiere, Pflanzen – und all die Wesen, die sie begleiten. Für mein Empfinden hat jedes Tier ein Elementarwesen, jede Pflanze ein Elementarwesen, jeder Baum eine Baumdeva. Wir können mit all diesen Wesen in Kontakt treten. Ich persönlich erfahre in der Natur so viel Heilung – wenn ich mich Pflanzen, Tieren, Bäumen zuwende, antworten sie, oft mit einem Gefühl, das in mir ausgelöst wird. Diese Kommunikation ist reine Übungssache. Und genau diese Wesen wertzuschätzen, ist für mich ein ganz wesentlicher Teil von Lebensmittelwertschätzung.
Lebensmittel, die für mich einen besonderen Wert haben
Natürliche, naturbelassene Lebensmittel haben für mich den größten Wert – je weniger der Mensch daran herumfuscht, umso besser, für meine Gesundheit und als Wertschätzung der Wesenheiten gegenüber. Obst und Gemüse sind mir besonders wertvoll, einfach, weil ich sie sehr gerne esse. Alle Lebensmittel, egal ob pflanzlich oder tierisch, sollten liebevoll gehegt und gepflegt werden, bis sie bei uns auf dem Tisch landen.
Tierische Lebensmittel sollten für mein Empfinden eine ganz besondere Form der Wertschätzung bekommen – und davon gibt es in unserer Welt, ich würde sagen weltweit, viel zu wenig. Tiere werden vielerorts unwürdig gehalten, weit weg von ihrer eigentlichen Natur, künstlich gemästet und vollgestopft, nur damit mehr Geld verdient wird. Ich finde das furchtbar. Ich persönlich bin kein Fan von tierischen Lebensmitteln, mochte sie noch nie – ich fühle Tiere so stark, dass ich sie nicht essen kann.
Eine Erfahrung, die alles verändert hat
Eine Erfahrung hat meine Sicht auf tierische Lebensmittel besonders geprägt. Anfang zwanzig habe ich auf einer Cattle Station im australischen Outback, in den Northern Territories, als Köchin gearbeitet. Dort wurden Rinder gezüchtet, und natürlich gab es auch Fleisch, das ich zubereitet habe.
Eines Tages nahmen mich die Cowboys mit auf die Weide. Einer schoss auf einen Bullen, der später bei uns auf dem Tisch landen sollte – doch er hatte ein zu kleines Kaliber verwendet und den Bullen nur angeschossen, nicht getötet. Alle anderen Bullen stellten sich um ihn herum, um ihn zu schützen. Ich hatte Tränen in den Augen. Ich bin in der Großstadt aufgewachsen und hatte bis dahin kaum mit Nutztieren zu tun gehabt. Dieser Moment hat mein Verhältnis zu tierischen Produkten nachhaltig verändert.
Eine weitere Erfahrung, kurz vor Australien im Norden Sumatras, hat mir noch einmal gezeigt, wie tief diese Verbindung sitzt. Wir chillten an einem Strand, als der Bungalowbesitzer mit einem Gewehr ankam und begann, die Flughunde zu erschießen, die dort in den Palmen hingen – sie werden dort gegessen. Ich war selbst völlig überrascht über meine eigene Reaktion: Ich sprang auf, weinte, schrie ihn an, drückte sein Gewehr zur Seite und sagte ihm, dass er diese Tiere nicht erschießen darf. So hatte ich mich selbst noch nie erlebt. Im Rückblick ist das für mich ein Zeichen dafür, dass ich dieses „Ich kann Tiere nicht essen“ aus Vorleben mitgebracht habe – so erkläre ich es mir heute.
Gegen Lebensmittelverschwendung – und mein Lieblingsrezept für Reste
Kochen habe ich von meiner Mutter und meiner Oma gelernt, beide große Meisterinnen der Resteverwertung. Wie wichtig Sparsamkeit beim Kochen ist, wurde mir auf der Cattle Station noch einmal ganz praktisch klar: Meine Kollegin, die kochte, wenn ich frei hatte, schnitt zum Beispiel Möhren dekorativ in Sternform. Das sah hübsch aus, erzeugte aber deutlich mehr Abfall, weil entsprechend mehr Möhren gebraucht wurden. Als ich nach drei Monaten die Station verließ, sagte mir die Tochter des Besitzers zum Abschied, dass die Wintersaison – die Zeit, in der die Cowboys – und der Koch – Urlaub machen und nur eine kleine Gruppe vor Ort bleibt – noch nie so günstig gewesen sei wie in meiner Zeit als stellvertretende Köchin.
Mein Lieblingsrezept für Reste: ein Auflauf mit Ei und Käse überbacken. Alles, was übrig ist, kommt hinein, dazu eine leckere Soße mit Gewürzen und Ei, obendrauf Käse – und ab in den Ofen. Supereinfach und superlecker.
Wo ich einkaufe – und warum
Ich kaufe regional und in unserem Lieblingsbioladen. Eine Zeit lang, als ich in einer Stadt lebte, habe ich mir auch eine Biogemüsekiste liefern lassen. Mir ist wichtig, dass die Wesen, die unsere Lebensmittel hervorbringen, Wertschätzung erfahren – durch biologisch-dynamische Landwirtschaft. Am liebsten Demeter, auch Bioland. Diese Bioverbände produzieren für mein Empfinden am nachhaltigsten.
Ganz konkret heißt das für mich im Alltag:
- so natürlich und naturbelassen wie möglich essen, so wenig industriell verarbeitete Produkte wie möglich
- möglichst saisonale Produkte – das, was gerade wächst, ist zudem meist günstiger
- Milchprodukte wie Butter und Sahne am liebsten von glücklichen Kühen
- wenn Fleisch, dann aus artgerechter, biologischer Tierhaltung, ohne Antibiotika und ohne manipulierte Futtermittel
- bei Fisch lieber Wildlachs, Sardinen oder Makrelen statt großer Fische oder Thunfisch aus der Dose, wegen der Schwermetallbelastung
Als Energetikerin ist die Qualität für mich auch fühlbar: Wenn ich in einem Bioladen einkaufe oder mit Bio-Lebensmitteln zubereitetes Essen esse, fühlt sich das Essen anders an – und mein Körper danach auch. Deshalb ist es mir so wichtig, aus einer ökologischen, wertschätzenden, biodynamischen Landwirtschaft zu essen.
Woran ich im Alltag merke, dass ich Lebensmittel wertschätze
Ich achte auf hohe Qualität und plane gut vor, damit das Essen trotzdem günstig bleibt. Trockene Linsen zum Beispiel: Mit 500 Gramm kann ich mindestens viermal für zwei Personen kochen. Dazu Gemüse, besonders Kohlsorten wie Spitzkohl, Weißkohl oder Rotkohl – sie bringen viel Volumen und machen das Essen günstiger. In Kombination mit Hülsenfrüchten und Reis entsteht eine sehr gute Nährstoffkombination, und das Eiweiß in den Hülsenfrüchten sorgt für Sättigung.
Was ich mir wünsche, damit mehr Menschen Lebensmittel wertschätzen
Ich wünsche mir, dass mehr Menschen sich selbst so wertschätzen, dass sie ihrem Körper wirklich gute Lebensmittel geben. Gesunde Ernährung ist für mich ein zentrales Thema – so zentral, dass ich Ernährungswissenschaften studiert habe. Drei Begegnungen haben mich dorthin geführt.
In Asien, Anfang zwanzig, traf ich eine junge Schwedin, die einen so gelassenen, ruhigen Eindruck auf mich machte, dass ich lange Ohren bekam, als sie mir von einer Klinik in Schweden erzählte, in der mithilfe von Ernährung Krebs behandelt wurde. In Australien erzählte mir ein Mann von seiner Frau, die zum Frühstück nur Obst und Nüsse aß – ein für mich damals völlig neues Konzept. Und davor, in Bochum, jobbte ich in einer Gaststätte, deren Besitzerin über 200 Kilo wog und ein genauso großes Herz hatte. Sie nahm mich mit offenen Armen in ihre große Familie auf – so nährend und heilend für mich. Ich hätte ihr so gerne geholfen, sich aus dieser Sucht zu befreien.
Diese drei Begegnungen – Heilung, Körper, Ernährung – waren mein Weg zum Studium. Und sie zeigen mir bis heute: Lebensmittelwertschätzung und Selbstwertschätzung gehen für mich Hand in Hand. Es geht darum, eine Freundschaft mit dem eigenen Körper zu schließen und ihm liebevoll das zu geben, was er wirklich braucht – ihn zu versorgen wie eine Mutter ihr Kind. Ich ehre mich mit der richtigen Nahrung.
Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Diese Frage lässt sich nicht beantworten, denn beides bedingt einander. Wir Menschen, Tiere und Pflanzen teilen uns einen Lebensraum. Und deshalb ist es mir wichtig, dass wir nicht nur menschlich im Miteinander respektvoll und wertschätzend sind, sondern genauso mit Pflanzen, Tieren, Bäumen und dem ganzen Planeten Erde.
Dieser Beitrag ist meine Antwort auf Ankes Blogparade „Was bedeutet Wertschätzung von Lebensmitteln für dich?“
Und jetzt bin ich neugierig: Was bedeutet Lebensmittelwertschätzung für dich? Was hat deine Sicht auf Lebensmittel geprägt? Ich freue mich auf deine Gedanken in den Kommentaren.
Licht, Liebe und Segen für dich,
deine Vera 💞✨💫
