Vom Opfer zum Schöpfer – zurück in die Selbstermächtigung und warum es sich manchmal wie Feststecken anfühlt.
Kennst du das Gefühl, an einem Punkt zu stehen, an dem du schon mal warst? Ein Thema, das du doch längst „bearbeitet“ hattest – und plötzlich ist es wieder da?
Mir geht es immer mal wieder genauso. Und ich möchte dir heute zeigen, warum das kein Rückschritt ist, sondern genau der Weg, wie Heilung wirklich funktioniert. Und ich zeige dir eine konkrete Anleitung, mit der du selbst zurück in deine Selbstermächtigung findest – immer dann, wenn du merkst, dass du gerade feststeckst.
Das Wichtigste in Kürze
– Heilung geschieht bei den meisten Menschen nicht auf einen Schlag, sondern in Spiralen – du begegnest dem gleichen Thema immer wieder, jedes Mal auf einer anderen Schicht.
– Der Opfermodus zeigt sich selten laut. Meistens zeigt er sich leise – im Gedanken: „Warum passiert das immer wieder mir?“
– Geduld mit dir selbst ist keine Charaktereigenschaft. Sie ist etwas, das wächst – genau dort, wo du dich immer wieder entscheidest, dranzubleiben.
– Mit einer konkreten 7-Schritte-Übung kannst du dich aktiv aus dem Feststecken heraus- und in deine Schöpferkraft hineinbewegen – energetisch – in der Selbst-Führung.
– Selbstermächtigung festigt sich nicht im Verstehen, sondern im Tun – auch in kleinen Alltagsschritten.
Wie sich der Opfermodus wirklich zeigt
Niemand möchte „Opfer“ sein. Allein das Wort löst Widerstand aus. Und genau das macht es so schwer, sich selbst dabei zu erwischen. Denn der Opfermodus zeigt sich selten so, wie wir ihn uns vorstellen.
Er zeigt sich nicht als lautes Klagen. Er zeigt sich leise. Im Gedanken: Warum passiert das immer wieder mir? In dem Gefühl, dass die Umstände, die anderen, die Vergangenheit gerade bestimmen, wie es dir geht – und du selbst keinen Einfluss hast.

Das ist erstmal keine Schwäche. Es ist ein sehr menschlicher, oft unbewusster Modus. Fast jeder kennt ihn – auch ich. Die Frage ist nicht, ob du da manchmal hineingerätst. Die Frage ist, ob du es bemerkst. Denn genau in dem Moment, in dem du es bemerkst, hast du schon die erste Bewegung gemacht – weg vom unbewussten Muster, hin zu deiner eigenen Schöpfer-Kraft.
Zwei Arten, wie Heilung geschieht
Meine schamanisch-spirituelle Lehrerin, die mich seit 2006 begleitet, hat mir vor Jahren ein Bild geschenkt, das mich bis heute trägt.
Sie sagte: Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Heilung geschieht.
Die erste ist die Punktheilung. Ein Moment, zack – und die Heilung ist da. So wie eine kleine (oder große) Erleuchtung. Es gibt viele, die genau das erlebt haben und darüber Bücher geschrieben haben.
Bei den allermeisten Menschen aber geschieht die zweite Möglichkeit: die Heilung in Spiralen.

Du heilst dich aus einem Punkt heraus, entwickelst dich heraus – und das Leben geht weiter. Und irgendwann kommst du wieder an denselben Punkt. An das gleiche Thema, jedoch auf einer anderen Schicht. Und dann kommt die nächste Schicht. Und die nächste. So geht es weiter und weiter, in Spiralen, in diese Selbstentwicklung hinein – oder aus dem Muster heraus, welches dein Leben immer mal wieder zu verhindern versucht. Nur als Bild, ohne Wertung.
Bei mir ist das definitiv so – und ich nenne es liebevoll den Spiralen-Koller. Diesen Moment, in dem ich denke: Schon wieder das? Das hatte ich doch schon! Und genau dieser kleine Koller darf auch sein. Er ist Teil des Weges, nicht der Beweis, dass etwas schiefläuft.
Es gibt natürlich auch Menschen, die sich nicht entwickeln wollen. Die bleiben, wo sie sind – oder entwickeln sich langsamer. Auch das ist in Ordnung. Jeder hat sein eigenes Tempo. Es ist eine Wahl. Wir sind frei zu wählen.
Das „jeder ist frei zu wählen“ auszuhalten, besonders bei lieben Menschen um uns herum, finde ich besonders herausfordernd. Doch jeder hat das Recht auf sein eigenes Glück und auf sein eigenes Leid. Da fällt mir ein Satz aus dem „Berghotel“ von Vaclav Havel ein, in dem ich in einer Aufführung mitwirkte – meine bisher einzige reale Erfahrung Theater zu spielen:
„Alles braucht seine Zeit.“ – war unser „running gag“ bei den Proben.
Ein wichtiger Zwischenschritt
Ich kann feststeckende Energie nur ins Fließen bringen, wenn ich bereit bin, mir die Wahrheit wirklich anzuschauen. Auch, wenn es im ersten Moment weh tut. Ich hatte so einen „Autsch-Moment“:
Das war ein Schlüsselerlebnis mit meiner Lehrerin: Sie sagte irgendwann in einem Nebensatz ganz liebevoll zu mir: „Ach Vera, du leidest doch auch manchmal so richtig gerne, oder?“ Ich war erst mal unangenehm berührt und musste mir dann eingestehen, dass sie recht hatte. Erst danach ist die Energie ins Fließen gekommen. Und ich konnte Schritt für Schritt leichter aussteigen.
Vielleicht kennst du diesen kleinen Stich auch – wenn dich jemand mit einer Wahrheit konfrontiert, die du selbst noch nicht sehen wolltest. Genau das ist oft der Moment, der etwas wirklich in Bewegung bringt.
Geduld mit dir selbst
Ich erlebe selbst immer wieder diesen Moment: „Das habe ich doch alles schon tausendmal bearbeitet.“ Und dann stehe ich wieder da. Genau dort. Und manchmal fühlt es sich schwer und zäh an.
Vor zehn Jahren habe ich meine Lehrerin gefragt: „Wie hältst du das aus? Wie schaffst du diese Geduld, wenn ich immer wieder mit denselben Themen ankomme – und mit der gleichen Ungeduld?“
Und in den Jahren danach erlebte ich immer wieder diesen Moment: Ich stehe wieder genau da, wo ich schon mal war – und jetzt gerade stelle ich fest: Hey, schau – auch bei mir ist Geduld entstanden. Mit mir, mit meinem Weg, mit meinem Sein, mit diesen Entwicklungsschritten.
Was sich dabei verändert hat, ist nicht, dass die Themen verschwunden wären. Sondern wie ich ihnen begegne. Früher habe ich Wiederkehr als Versagen gewertet. Als: Ich habe es nicht richtig gemacht, sonst wäre es ja weg. Heute sehe ich Wiederkehr als das, was sie ist – eine neue Schicht. Eine tiefere Ebene desselben Themas, nicht der Beweis, dass die vorherige Arbeit umsonst war.
Das ist ein Unterschied, der alles verändert. Nicht im Außen. Im Inneren.
Geduld mit sich selbst ist keine Charaktereigenschaft, die manche Menschen haben und andere nicht. Sie ist etwas, das wächst – genau dort, wo wir uns immer wieder dafür entscheiden, nicht aufzugeben. Nicht, weil wir es müssten. Sondern weil Freiheit das wert ist.
Denn jeder einzelne Schritt befreit nicht nur mich. Er befreit das kollektive Feld mit. Freiheit ist mein höchster Wert. Und indem ich mich befreie, befreie ich die Welt.
Wie sich das Feststecken wirklich anfühlt
Niemand steckt „einfach so“ im Opfer. Du steckst dort fest, wenn alter Schmerz und altes Leid so groß und überwältigend sind, dass Ohnmacht, Hilflosigkeit und das Gefühl des Ausgeliefertseins dich komplett einnehmen. Als wärst du gefangen. Als gäbe es kein Heraus.

Dieses innere Zurückgezogen sein hat seine Ursache. Meist liegt sie in der frühesten Kindheit, in einer Zeit, in der du wirklich abhängig und ausgeliefert warst. Das Gefühl kommt nicht von ungefähr – es hatte einen Grund, aus dem heraus es entstanden ist.
Ich nehme diesen Festtsteck-Zustand sehr räumlich wahr: Mein Energiefeld zieht sich zu mir hin zurück, bis auf die Haut. Kein Raum mehr da. Auch das Blickfeld ist eingeschränkt. Nur noch Enge. Und in der Enge: die Angst – sehr frühkindlich und logisch mit dem Erwachsenen-Verstand nicht unbedingt nachvollziehbar. Und deshalb oft schwer zu fassen.
Im Vergleich dazu, fühlt sich der befreite Zustand weit an. Das Energiefeld ist ausgedehnt, mein Blick ist weit und mittlerweile nehme ich mein geistiges Team viel deutlicher wahr. Genauso die Verbindungen: zu meinem Herzen, meinen inneren Anteilen, Mutter Erde, Vater Kosmos. Und diesen Zustand des Wieder-draußen-Seins – gilt es zu trainieren. So oft und so lange wie möglich da sein zu lassen. So verlernt dein Gehirn, dein Nervensystem die alteingefahrene Autobahn – und verbreitert die neuen Wege. Das ist das „Befreit leben – verbunden & genährt sein.“
Die Anleitung: Vom Opfer zum Schöpfer in 7 Schritten
Stell dir jetzt eine Situation vor, in der du das Gefühl hast, festzustecken. Und gehe mit mir die folgenden Schritte durch – als Übung, zum Üben, immer wieder, wann immer du dich dabei erwischst, in das alte Muster hineingerutscht zu sein.

Schritt 1: Fühlen und spüren
Geh hinein in die Ausdehnung deines Herzens und deiner eigenen Energie, die du in Wahrheit bist. Nicht denken. Nicht analysieren. Spüren. Wo im Körper spürst du das Feststecken?
Schritt 2: Da sein lassen
Lass alles da sein, so wie es jetzt gerade ist. Das Feststecken. Den Ärger. Die Trauer. Die Erschöpfung. Was auch immer gerade da ist. Du musst es nicht verändern – lass es dich fühlen. Erlaube es dir.
Schritt 3: Durchfühlen
Bleib dabei. Durchfühle es, statt davor wegzulaufen oder es wegzuerklären. Lass die Emotionen sich ausdehnen, weit werden – über deinen Körper hinaus. (Eine wirkungsvolle Klopf-Technik für genau diesen Moment beschreibe ich dir bald in einem eigenen Artikel.)
Schritt 4: Liebevoll annehmen
Nimm liebevoll an, wie es jetzt gerade ist. Jeden Gedanken, jedes Gefühl, jede Körperempfindung. Ohne Wertung. Ohne Geschichte darüber, wie es sein sollte. Sag Ja zu dem, was gerade ist: „Ich sage Ja zum Feststecken.“ Erst mit der Annahme entsteht Entspannung – und damit wird der Fluss der gestauten Energie ermöglicht.
Schritt 5: Die Annahme verteilen – fließen lassen
Schicke genau diese liebevolle Annahme in alle Bereiche deines Körpers. Lass sie sich ausdehnen. Die Absicht reicht aus – du musst nichts erzwingen.
Schritt 6: Verbinden
Verbinde dich dabei mit Mutter Erde und mit Vater Kosmos. Wurzeln aus deinen Füßen zu Mutter Erde, bis zu ihrem Herzen. Eine Fächerwurzel in alle Richtungen. Über deine Krone eine Verbindung wie ein umgedrehter Trichter zu Vater Kosmos. So arbeitest du mit deiner Energie. Mit der Energie, die du in Wahrheit bist. In der Verbindung empfängst du dich, die Liebe, die du in Wahrheit bist.
Schritt 7: Ins Tun kommen
Und genau in diesem Tun – in dieser Umsetzung, nicht im bloßen Verstehen – bewegst du dich aktiv aus dem Opfer heraus und gehst hinein in den Schöpfer.
Herzlichen Glückwunsch: Du hast es gerade getan. Feiere dich, lobe dich, sei stolz auf dich. Du bist genau richtig, so wie du bist. Mit allem.

Du kannst diese sieben Schritte jederzeit durchgehen. Wenn du dich aufopferst und am Ende trotzdem „die Böse“ bist. Wenn du hilfst und dich dabei selbst verlierst. Immer dann, wenn du merkst: Ich bin gerade im Drama – nicht in meiner Kraft. Hier kannst du tiefer einsteigen in das Dramadreieck-Thema.
Sobald die Verbindung wieder da ist, bist du aus dem Opfer heraus. Du bist verbunden mit allem, was ist. Du bist Licht. Du bist Liebe. Du bist Freiheit.
Selbstermächtigung im Alltag verankern
Selbstermächtigung festigt sich nicht allein im Spüren – sondern im Tun. Im wiederholten, kleinen Tun. Und hier meine ich mit Tun: das Lenken der Gedanken, der Emotionen und der Taten.
„Für mich bedeutet Selbstermächtigung, die Verantwortung für das eigene Erleben bewusst zu übernehmen und es mich fühlen zu lassen – unabhängig vom Außen.“
Vera Wollenweber, Energetikerin
Welche Wege kannst du in deinem Alltag gehen, um dein neues Sein im Schöpfermodus zu festigen? Es darf etwas Kleines sein: eine Blume kaufen, die genau dafür steht. Einen neuen Weg von der Arbeit nach Hause ausprobieren. Einen neuen Ort besuchen. Denk dir etwas Schönes aus, das zu dir passt. Welche Ideen fallen dir noch ein, um diesen bewussten Geistes- und Energiezustand aufrecht zu erhalten und zu stärken?
Jeder dieser kleinen, bewussten Schritte ist ein weiterer Trittstein auf der neuen Spur, die du in dein Nervensystem legst – Schritt für Schritt, weg von der alten Autobahn.
Anleitung zum Aussteigen aus dem Opfermodus – in aller Kürze:
- Fühlen, spüren und wahrnehmen
- Alles da sein lassen, was da sein will
- Durchfühlen, bis die Energie sich verändert
- Liebevoll annehmen, auch die unbequeme Wahrheit
- Die Annahme verteilen – fließen lassen
- Verbinden – Verbundenheit wahrnehmen, fühlen, spüren
- Es tun – innerlich! Und das innere Tun im Außen verankern.
Fragen und Antworten
Der Opfermodus fühlt sich an wie Ausgeliefertsein: Du erlebst die Umstände, andere Menschen oder die Vergangenheit als das, was gerade bestimmt, wie es dir geht – ohne eigenen Einfluss. Selbstmitgefühl ist etwas anderes. Es bedeutet, genau das, was gerade da ist – Schmerz, Erschöpfung, Wut – liebevoll anzuerkennen, ohne dich darin zu verlieren. Selbstmitgefühl ist also kein Verharren im Leid, sondern oft genau der erste Schritt heraus aus dem Opfermodus: das, was Schritt 4 der Anleitung – das liebevolle Annehmen – beschreibt.
Ja. Die 7 Schritte funktionieren auch dann, wenn du noch nie mit Energiearbeit gearbeitet hast. Wichtig ist vor allem, dass du dir Zeit nimmst, wirklich hinzuspüren, statt zu analysieren. Die Schritte 6 und 7 – die Verbindung zu Mutter Erde und Vater Kosmos und das Ins-Tun-Kommen – darfst du dir dabei einfach als Bild vorstellen. Mit etwas Übung wird daraus mit der Zeit ein immer klareres, körperliches Gefühl.
Das ist völlig normal – und kein Zeichen, dass du etwas falsch machst. Viele Menschen sind es gewohnt, zu denken statt zu fühlen, besonders, wenn sie viel Schmerz und Leid erfahren haben. Bleib einfach dran, deine Absicht reicht und dein inneres Tun zeigt Wirkung mit der Zeit, auch wenn es sich anfangs anders anfühlt. Heilung geschieht bei den meisten Menschen ohnehin nicht auf einen Schlag, sondern in Spiralen – mit etwas Geduld wird die Wahrnehmung von Mal zu Mal feiner.
Wenn du diesen Weg mit mir zusammen gehen möchtest, buche dir gerne ein ca. 15 minütiges Energiegespräch, um zu schauen, ob und wie ich dich bei deinem nächsten Schritt unterstützen kann.
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