Der Mai hat mich etwas gelehrt, das ich mit keiner Technik hätte lernen können. Nicht durch Anpassen. Nicht durch Funktionieren. Nicht durch das ewige Aufpassen, ob ich gerade richtig liege, richtig wirke, richtig bin. Sondern durch das genaue Gegenteil: durch das Aufhören damit. Der Mai begann noch auf Kreta, in den letzten Tagen eines langen, intensiven inneren Prozesses, und endete hier im Allgäu mit einer Erkenntnis, die sich anfühlte wie ein langer, langer Atemzug: Ich hab’s verdient. Nicht weil ich genug geleistet habe. Nicht weil ich mich gut genug angepasst habe. Sondern einfach weil ich bin. Der Mai war ein Monat voller Heilsessions, tiefer Gespräche, schlafloser Nächte und echter Durchbrüche. Er war laut und still, erschöpfend und befreiend zugleich. Und er hat mir gezeigt, wo ich noch stehe – und wie weit ich schon gegangen bin.
Kreta loslassen – und ankommen dürfen
Bis zum 4. Mai war ich noch auf Kreta. Nicht mehr beim Wachstumsseminar – da, bin ich ausgestiegen, pünktlich zum 30.04. – wie vereinbart. Noch ein paar Tage allein, nun ja: fast. Ich wohnte bei Birgit, war erschöpft, und in mir tobten Prozesse rund um zwei Themen, die mich schon den gesamten April begleitet hatten: Grenzen und Zugehörigkeit.

Was mich in diesen letzten Kreta-Tagen so müde machte, war nicht die Sonne oder der Schlafmangel. Es war dieses tief bohrende Innehalten, das entsteht, wenn man wirklich hinschaut. Ich habe mir damals aufgeschrieben, was mir klargeworden war: Dass Anpassung/Empathie und Narzissmus zwei Seiten einer Medaille sind. Dass ich als angepasster Mensch genauso narzisstische Anteile in mir trage wie der Narzisst seine angepassten. Und dass Wachstum – wirkliches, tiefes Wachstum – nur im Miteinander möglich ist. Nicht allein. Nicht durch noch mehr innere Arbeit im stillen Kämmerlein, sondern durch echte Begegnungen, in denen man gesehen wird und sich auch gesehen fühlt.
Das Schönste, was Kreta mir am Ende mitgegeben hat, war eine Erkenntnis über mich: Ich muss nicht mehr fliehen. Ich kann in meiner Hütte hier im Allgäu wohnen bleiben und frei wählen, ob ich bleibe oder gehe. Nicht aus Müssen, nicht als Schutz – sondern aus echter, freier Entscheidung. Das ist größer, als es klingt.



Auf den Bildern ist Humbach zu sehen. Es ist ein 5 Häuserdorf, das zu Rettenberg gehört. Viele alte Bäume sind hier zu finden und im hinteren Teil des Ortes, beginnt der Wanderweg zum Falkenstein.
Jahrelang war mein inneres System darauf ausgerichtet, das Außen im Blick zu behalten. Immer auf Empfang. Immer bereit zu reagieren. Immer aufpassen, ob gerade Alarm ist. Das ist kein Versagen – das war Schutz. Überlebensstrategie. Und Kreta hat mir gezeigt: Wenn ich die Energiefelder um mich herum von meiner eigenen Erfahrung löse, dann bin ich frei zu wählen. Nicht weil das Außen sich verändert hat – sondern weil ich mich verändert habe.
Wer mehr über das Thema Grenzen und die Tiefe dahinter lesen möchte: In meinen beiden ersten Artikeln der Grenzen-Reihe habe ich geschrieben, was es bedeutet, Grenzen wirklich von innen heraus zu setzen – und warum das so viel mehr ist als eine Technik.
Jeden Montag im Mai habe ich meine wöchentliche Heilsession für die lieben Menschen gegeben, die ich begleiten darf. Und jede dieser Sessions hatte eine eigene, unverwechselbare Qualität – als hätte das Leben jede Woche ein anderes Thema auf den Tisch gelegt.
11. Mai – Ankommen in sich selbst. Diese Session hatte etwas Erdiges, Schweres – im schönen Sinne. Wir haben mit der Energie von Mutter Erde gearbeitet, mit dem tiefen Verwurzeln, mit dem Erlauben, wirklich Platz zu nehmen. Eine Teilnehmerin sah sich im Mittelpunkt einer Sonnenblume, in der alles verbrennen durfte, was nicht mehr ihres war. Eine andere hat sich aufgelöst – in Rot, in Lebenskraft, in etwas viel Größerem als ihrem Alltagsverstand. Was mich berührt und fasziniert: Jeder hat sein eigenes Bildlexikon. Was für die eine eine Sonnenblume ist, ist für die andere eine Wiese oder ein Drachen im Wind. Und alles ist richtig.
18. Mai – Der Segen aller Aurasichten. Diese Session hat sich angefühlt wie ein großes Aufräumen – von innen nach außen, Schicht für Schicht. Wir haben alle Aurasichten gesegnet, vom Mentalkörper bis zur spirituellen Aura. Und das Bild, das dabei entstanden ist: Der Wille verbindet sich mit dem Herzen. Die Blume öffnet sich. Jedes Chakra blüht mit.
25. Mai – Pfingstmontag – Seelenanteile heimholen. Das war die intensivste Session des Monats. Wir haben Seelenanteile zurückgeholt, die durch traumatische Erlebnisse abgespalten wurden. Ich habe einen goldenen Lichtstrahl gesehen, in dem die inneren Kinder in einem Kreis saßen, umgeben von Engeln, beschützt von allen Emotionen, die endlich ihren Raum hatten. Und am Ende: Jeder Schritt, den du für dich befreist, befreit das Universum mit. Das hat mich selbst sehr bewegt.
Wenn du neugierig bist, wie es sich anfühlt, in so einer Session dabei zu sein – schau gerne bei meinem Angebot vorbei. Die Montags-Heilsessions sind offen für alle, die spüren wollen.
Ich hab’s verdient – das Selbstwertthema bricht auf
Das war das Thema des Monats. Nicht nur in meinen Klientensessions – sondern mitten in meinem eigenen Leben.
Ende Mai lief mein Existenzgründungszuschuss aus. Kein Geld mehr. Und die geistige Welt führte mich – ich meine das wörtlich – zu einer unerwarteten Lösung: mein Automechaniker hat Ferienwohnungen. Ich putze und er repariert mein Auto. Ein einfacher Tausch. Fünf Stunden schuften. Und danach war ich so am Ende, dass ich kaum mehr aufrecht sitzen konnte.
Erst am nächsten Tag habe ich verstanden, was da wirklich passiert war: Es war nicht der Job, der mich erschöpft hatte. Es war mein Widerstand. Mein Bewerten. Und dahinter: ein Selbstwertmuster, tief und alt, das jetzt mit voller Wucht aufgebrochen ist. Ich verkaufe mich unter Wert. Schon immer. Und ich mache das nicht mehr.

Verdienen hat nichts mit Leisten zu tun
Und dann ist mir etwas aufgegangen, das sich so simpel anhört und doch so tief geht: Verdienen hat nichts mit Leisten zu tun. Nicht mit Anpassen. Nicht mit Aufpassen, ob ich gerade genug tue, genug bin, genug gebe. Das alte Muster – immer in Hab-Acht-Stellung, immer bereit zu reagieren, immer schauen, was das Außen gerade braucht – das ist kein Verdienen. Das ist Überleben. Und ich bin nicht hier, um zu überleben. Ich bin hier, um zu leben.
Was folgte, waren einige sehr intensiven Heilsessions, die ich je für mich selbst empfangen durfte – mit Tina, mit Carmen, mit Joanna. Wut kam hoch. Traurigkeit. Scham. Das Gefühl, zu viel Raum einzunehmen. Und am Ende dieser Welle, nach Tränen und Tacheles-Gesprächen und einem langen, langen Prozess, dieser Satz:
Ich hab’s verdient.
Nicht laut gesagt. Gefühlt. Tief im Körper. Zehnmal hintereinander, bis es wirklich angekommen ist.
Mein Wert hängt nicht von meiner Tätigkeit ab. Nicht davon, wie andere mich behandeln. Nicht davon, ob das Außen gerade zufrieden mit mir ist. Das sitzt noch nicht überall im Körper. Aber es sitzt tiefer als je zuvor. Ich bin wertvoll, weil ich bin. Punkt.
Das ist kein Abschluss. Es ist ein Anfang. Aber es ist der, auf den ich gewartet habe.
Ich hab´s geschafft: 52 Blogartikel – TCS Plus – ich bin dabei
Im TCS Programm gibt es ein Upgrade, sobald man 52 Blogartikel geschrieben hat. Ohne Aufpreis, als Teil des „The Content Society„. In diesem Monat war es so weit. Danke, liebe Judith Peters, dein Programm ist wirklich klasse. Ich habe in diesem Jahr so viel Klarheit gewonnen und mich kontinuierlich Schritt für Schritt aus meiner Komfortzone herausbewegt.

Ich gestehe: Ich neige dazu, mir meinen Selbstwert über das Leisten zu sichern. Das ist meine männliche Energie, das volle Machen. Ich anerkenne diese Kraft, die mir als Kind den Ar*ch gerettet hat, als es zu bedrohlich war, zu fühlen.
Und gleichzeitig gab es seit 2019 sehr viele Zeiträume, in denen ich nicht funktionieren konnte. Auch nach den letzten 2-3 Jahren, in denen ich durch das tiefe Tal der Seele gegangen bin, fühlt es sich einfach richtig gut an, wieder leisten zu können – für mich, genau hier: Schreiben. Heilen. Nähren. Ehren. Energiearbeit und mich das Leben genießen lassen.
Das Ding ist: vom Leisten-Müssen in die Freiheit zu kommen – das ist der Weg. Nicht das Leisten aufgeben, sondern aufhören, es zur Bedingung für meinen Wert zu machen. Dann darf beides da sein. Das volle Tun und das tiefe Genießen – okay … da bin ich noch dran – in meinem eigenen individuellen Rhythmus.
Jetzt schau mal, was in diesem Monat alles entstanden ist.
Was ich im Mai 2026 gebloggt habe
- Grenzen setzen und sich abgrenzen – wo ist der Unterschied?
- Grenzen setzen ist Selbstfürsorge.
- Monatsrückblick April 2026: Loslassen lernen – 5 Erkenntnisse, die mich befreiten
- Das Drama-Dreieck: Opfer-Täter-Retter
- Sensitive oder mediale Energiearbeit – was ist der Unterschied?
- Heilung – Grundlagen, Strategien und Anleitungen
Was sonst noch los war im Mai
- Meine einzige kleine Wanderung im Mai: an einem Nachmittag auf den Falkenstein – den Hausberg von Humbach, dem 5-Häuser-Dorf, in dem ich lebe. Oben angekommen, dieser Blick auf den Mittag und die Nagelfluhkette – und ich dachte: Ja. Genau hier darf ich sein und genießen.

- Ich hatte Besuch von Conny. Wir haben uns auf Kreta kennengelernt und fühlen uns sehr verbunden. An einem Tag waren wir auf dem Sipplinger Kopf im Gunzesrieder Tal. Den zweiten Tag verbummelten wir am Alpsee, der zwar noch frisch war, doch uns wirklich erfrischte nachdem wir uns reintrauten.

Ausblick auf den Juni 2026
- Wie verdiene ich mir mein tägliches Brot? Diese Frage steht gerade sehr konkret im Raum – und ich begegne ihr so ehrlich wie möglich. Zwischen Selbstständigkeit, Vertrauen und dem, was sich wirklich stimmig anfühlt.
- Ich bleibe. Durch die Kreta-Erfahrung habe ich gespürt: Ich muss nicht mehr fliehen. Ich darf hier sein – in meiner Hütte, in meinem Leben, in meiner Arbeit – aus freier Wahl. Das trägt mich gerade sehr.
- Ein neuer Kurs entsteht: Zuckerfrei. Ganz du.
- Der JahresWeg bekommt eine neue Aufmachung.
- Bewerbungen für den Brotjob, der zu mir passt.
- Ich schreibe weiter. ✍️ Für ein befreites Leben.
Licht, Liebe und Segen,
deine Vera 💞💫✨😇
Wenn dich bewegt, was du hier gelesen hast – schreib mir gerne. Oder komm montags in die Heilsession. Du bist nicht alleine.
- Rückblick Mai 2026: Ich hab’s verdient. - 15. Juni 2026
- Grenzen setzen und trotzdem dazugehören – geht das? - 8. Juni 2026
- Was passiert in einer Energieheilung – ein ehrlicher Einblick - 20. Mai 2026
