Das Hochstapler-Syndrom, auch Impostersyndrom genannt, beschreibt ein inneres Erleben, bei dem Menschen trotz realer Fähigkeiten, Erfahrungen und sichtbarer Erfolge das Gefühl haben, nicht kompetent genug zu sein – und jederzeit „entlarvt“ werden zu können.
Als ich diesen Begriff vor kurzem zum ersten Mal hörte, wusste ich sofort: Das kenne ich. Nicht (mehr) auf der Ebene meiner Leistung, sondern viel tiefer. In meiner tiefsten Tiefe erlebe ich es mit meinem Wert, mit meinem Selbstwert, der zusammen mit der Scham in der Versenkung meines Unterbewusstseins verbuddelt war.
Dieses innere Erleben hat nichts mit mangelnder Fähigkeit zu tun. Es erzählt eine andere Geschichte, eine, die sehr viel früher begonnen hat.
Das Wichtigste zum Hochstapler-Syndrom
🦉 Das Hochstapler-Syndrom ist kein Denkfehler – es ist ein Schutzmuster
💫 Es entsteht meist aus frühen Erfahrungen von Unsicherheit, Anpassung oder fehlender Spiegelung.
💫 Es betrifft häufig kompetente, reflektierte und feinfühlige Menschen.
💫 Es zeigt sich nicht als echter Zweifel, sondern als dauerhafte Angst, „entlarvt“ zu werden.
💫 Mehr Wissen, Leistung oder Beweise lösen es nicht auf.
💫 Heilung beginnt dort, wo der Körper wieder Sicherheit erfährt.
Wie sich das Hochstapler-Syndrom im Inneren anfühlt.
Menschen mit Hochstapler-Syndrom …
- schreiben Erfolge Zufall, Glück oder äußeren Umständen zu
- haben das Gefühl, andere würden ihre „Unzulänglichkeit“ bald bemerken
- vergleichen sich stark und fühlen sich innerlich „zu wenig“
- leben mit einem dauerhaften inneren Druck, sich beweisen zu müssen
- sind im Verhalten oft „drüber“, weil dem inneren Zu-wenig-wert ein äußeres Zu-viel-sein folgt
Wichtig: Das hat nichts mit tatsächlicher Unfähigkeit zu tun.
Typische innere Sätze
- „Eigentlich kann ich das gar nicht so gut.“
- „Bald merken sie, dass ich keine Ahnung habe.“
- „Andere sind viel weiter als ich.“
- „Ich habe das nicht wirklich verdient.“
- „Andere sind mehr wert als ich.“
Für mich persönlich habe ich Folgendes entdeckt:
Ich habe so früh so viel Schmerz, Einsamkeitsgefühle und missbräuchliches Verhalten erlebt, dass ich in der Tiefe – unbewusst – glaub(t)e: „Ich muss ja gaaaaaaannnz schlimm sein, sonst wäre es mir ja nicht passiert. Sonst hätte mir doch jemand geholfen. Sonst würde ich doch nicht immer wieder verlassen, weggegeben, abgeschoben werden.“

Sich dessen bewusst zu werden, ist der erste Schritt: Bewusstsein heilt.
Warum das Hochstapler-Syndrom Impostersyndrom im Nervensystem entsteht.
Das Hochstapler-Syndrom entsteht meist nicht auf der Ebene des Denkens, sondern im Nervensystem. Häufig liegt seine Wurzel in frühen Erfahrungen, in denen Sicherheit an Bedingungen geknüpft war: an Leistung, Anpassung oder Funktionieren. 7 Traumafolgen erkennen und heilen.
Wenn ein Mensch in seiner Entwicklung keine verlässliche Spiegelung erfahren hat – kein klares „Du bist gut, so wie du bist“ –, lernt das System früh, wachsam zu bleiben. Besonders Kinder, die früh Verantwortung übernommen haben, hochsensibel waren oder in belastenden, überfordernden oder traumatischen Situationen aufgewachsen sind, entwickeln diese innere Alarmbereitschaft.
Das Nervensystem speichert dann eine tiefe Überzeugung:
Ich darf keinen Fehler machen. Sonst verliere ich Zugehörigkeit, Liebe oder Sicherheit.
Diese Überzeugung wirkt oft unbewusst weiter, selbst wenn das Leben im Außen längst stabil ist. Gedanken und Gefühle, die aus diesem alten Schutzmodus entstehen, sitzen tief im Unterbewusstsein und beeinflussen Entscheidungen, Selbstbild und Lebensqualität – oft ohne, dass es bewusst bemerkt wird.
Warum betrifft es oft kompetente Menschen?
Paradoxerweise tritt das Hochstapler-Syndrom besonders häufig bei Menschen auf, die sehr reflektiert, feinfühlig und verantwortungsbewusst sind. Menschen, die genau hinschauen, sich selbst hinterfragen und ihre Arbeit ernst nehmen, nehmen auch ihre eigenen inneren Prozesse stärker wahr.
Wer weniger reflektiert ist, zweifelt oft weniger – nicht, weil er kompetenter ist, sondern weil er weniger nach innen lauscht. Gerade Frauen, Menschen mit Tiefe, Bewusstsein und echter Verantwortung erleben daher häufiger dieses innere Infragestellen, obwohl sie im Außen klar sichtbar wirken.
Ich habe diese scheinbare Leichtigkeit anderer oft beneidet – bis mir klar wurde, dass Zweifel nicht das Problem sind. Entscheidend ist, woher sie kommen.
Unterschied zwischen gesundem Zweifel und dem Hochstaplersyndrom.
An dieser Stelle ist es wichtig, zwischen gesundem Zweifel und dem Hochstapler-Syndrom zu unterscheiden. Denn Zweifel an sich sind nichts Negatives. Im Gegenteil: Sie können Entwicklung ermöglichen – oder sie blockieren. Der Unterschied liegt nicht im Gedanken, sondern im inneren Zustand, aus dem heraus gezweifelt wird.
Gesunde Zweifel:
Zweifeln ist gesund und normal in einem gewissen Maß. Gesunder Zweifel ist beweglich und situationsbezogen. Er unterstützt dabei, dich zu entwickeln und zu wachsen.
So fühlt er sich an:
- kurz innehalten, prüfen, nachjustieren
- Interesse am Lernen und Verbessern
- Unsicherheit ohne Selbstabwertung
- bleibt handlungsfähig
Im Körper:
- leichte Aktivierung, Wachheit
- kein Dauerstress
- Atmung bleibt frei
- Der Körper fühlt sich grundsätzlich sicher an.
Innere Haltung:
„Das kann ich noch lernen.“
„Ich darf wachsen.“
Gesunder Zweifel unterstützt Entwicklung. Er schützt nicht vor Entlarvung – er begleitet Reifung.
In ungesundem Maß wird der Zweifel – meistens unbewusst – genutzt, um sich selbst zu sabotieren. Der gesunde Zweifel fragt: „Was brauche ich, um weiterzugehen?“ Gesunder Zweifel kommt aus dem bewussten Sein.
Hochstaplersyndrom = Impostersyndrom:
Das Hochstaplersyndrom ist kein Zweifel, sondern ein Schutzmuster.
So fühlt es sich an:
- Ständiges inneres Infragestellen
- Erfolge fühlen sich nicht „echt“ an.
- Vergleich, Druck, Rückzug oder Überleistung
- Angst, entdeckt zu werden
Im Körper:
- Chronische Anspannung
- Flacher Atem
- Enge im Brustraum oder Bauch
- Nervensystem im Dauer-Alarm
Innere Haltung:
„Ich darf keinen Fehler machen.“
„Wenn ich gesehen werde, verliere ich Sicherheit.“
Das Hochstaplersyndrom (Impostersyndrom) hält dich klein oder im Funktionieren, nicht im Lernen. Es sagt: „Ich bin nicht sicher, so wie ich bin.“ Und das ist nicht die Wahrheit, sondern dieser Glaube stammt aus einem früh entstandenen Überlebensmodus.
Wichtig zu wissen Das Impostersyndrom verschwindet nicht durch:
- mehr Wissen
- mehr Zertifikate
- mehr Leistung
Es löst sich, wenn dein Körper lernt:
„Ich bin jetzt sicher. Ich darf da sein. Ich werde nicht verlassen.“
So löst du das Impostersyndrom nicht:
- dich selbst überzeugen
- dir Beweise sammeln („Ich kann das doch!“)
- dagegen ankämpfen
- dich pushen
- dich vergleichen
All das verstärkt das Impostersyndrom,
weil es ein Sicherheitsmuster ist – kein Denkfehler.
Ich wiederhole es: Das Hochstaplersyndrom ist kein Denkfehler – du machst nichts falsch. Es ist ein Sicherheitsmuster. Wenn du dich dabei erwischst, sei im Mitgefühl mit dir: Denn du hast etwas Schlimmes erlebt, sodass dieses Muster entstehen musste.
Was hilft wirklich bei der Befreiung vom Hochstapler-Syndrom?
Nicht „positives Denken“ oder mehr Leistung, sondern:
- Verkörperung statt nur Verstehen
- Arbeit mit dem Nervensystem
- Innere Sicherheit statt Selbstoptimierung
- Lernen, Erfolg zu fühlen, nicht nur zu erklären
- Trennung von alten Schutzstrategien und heutiger Realität
Das Hochstapler-Syndrom oder Imposter-Syndrom ist persönliches Versagen und kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Hinweis darauf, dass dein System einmal gelernt hat, sich selbst nicht vollständig zu vertrauen – und, dass es heute etwas anderes lernen darf. Genau hier ist Heilung möglich.
Bewusstsein heilt. Indem du bis hierhin gelesen hast, bist du bereits begonnen, dein inneres Erleben nicht mehr gegen dich zu verwenden, sondern zu verstehen. Und damit gehst du den ersten Schritt deiner Heilung. Erst, wenn du weißt, was bei dir abläuft, kannst du beginnen, dich selbst zu beobachten, anstatt dich zu korrigieren. Und dann:
Schaue liebevoll auf dich und gib dir all das, was dir damals nicht zur Verfügung gestellt werden konnte.
Licht, Liebe und Segen für dich,
deine Vera 💞💫✨😇
- Hochstapler-Syndrom oder Impostersyndrom – was ist das? - 10. Januar 2026
- Verkörperung – was bedeutet das? - 8. Januar 2026
- Glossar: Mediale Energieheilung - 8. Januar 2026

Liebe Vera
Ich wusste nicht dass es das Hochstaplersyndrom gibt. Danke für deine Infos darüber. Ich fühle mich sowas von verstanden. Ist eigentlich unglaublich, dass man immer meint, man ist noch immer nicht „gut genug“.
Jetzt mit deinem Artikel habe ich es enttarnt für mich und bringe es in Heilung. Es darf sich wandeln.
💕lichen Dank dir für diesen tollen Beitrag. 🤗
Liebe Margit,
vielen lieben Dank für deine Rückmeldung. Das macht mir Mut, weiter zu schreiben. Ja, es ist unfassbar, wie krass unser Körper im Alten festhalten kann. Doch die gute Nachricht ist: Sobald wir uns dessen bewusst sind, beginnt die Heilung. Danke fürs Teilen.
Licht, Liebe und Segen für dich,
Vera 💞