Heilung ist natürlich. Jede Heilung ist eine Selbstheilung. Sie geschieht dort, wo Energie wieder ins Fließen kommt, wo sie zuvor gestaut war. Heilung bringt erstarrte Energien wieder in einen lebendigen Strom.
Vor kurzem habe ich eine Heilung von Herzen verschenkt. Mein Klient jedoch erwartete, dass ich den „Zauberstab“ schwinge und alles wegmache. Meine Impulse für die nächsten Schritte konnte er nicht annehmen und setzte sie folglich auch nicht um. Energie fließt zwar immer, sobald Bewusstsein hineinkommt. Doch wenn die Bereitschaft fehlt, Verantwortung zu übernehmen, bleibt der Prozess unvollständig. Für mich fühlte es sich so an, als hätte ich meine Seelenkraft verpulvert.
Was ich daraus lerne: Ich prüfe genau, ob der andere bereit ist, sich selbst zu verpflichten. Heilung braucht eine innere Entscheidung. Sie beginnt in dem Moment, in dem du sagst: „Ich übernehme die Verantwortung für mich und meinen Weg.“ Erst wenn du diese Entscheidung in der Tiefe getroffen hast, wird Heilung überhaupt erst möglich. Und dann gebe ich mich mit meiner ganzen Seelenkraft und mit meiner Multidimensionalität in den Heilungsprozess für dich hinein.
Was ist Heilung NICHT?
Hier gibt es viele Missverständnisse.
1. Heilung ist nicht: Da kommt jemand, der macht alles wieder heile.
Ja, dieser Wunsch ist verständlich, er ist im Grunde ein Überbleibsel aus der Kindheit. Mama und Papa sollen kommen und alles wieder heile machen. Oft ist es so, dass es einen kleinen Anteil in uns gibt, der darauf pocht, dass jemand anders zuständig ist als wir selbst. Auch wenn der größte Teil von uns erwachsen ist. Besonders wenn liebevolle Zuwendung in der Kindheit fehlte, kann dieser Anteil sehr aktiv sein.
Sätze wie: „Ja, aber ich mach doch schon so viel. Ich habe doch schon alles probiert.“ Ist ein Zeichen für die Aktivität des Anteils und für seine Erschöpfung. Druck und Schimpfen – innerlich – helfen nicht. Bei beiden Mustern – Opferhaltung und inneres Schimpfen – gilt es jedoch, ganz besonders liebe- und verständnisvoll zu sein mit sich und diesen Anteilen.
2. Heilung ist kein Schnellschuss.
In den wenigsten Fällen macht es „Schwupp“ und alles ist geheilt. Diese Schnellheilungen – auch Spontanheilungen genannt – sind durchaus möglich, doch sie sind nicht die Regel. Diese passieren dann, wenn sich die Seele vorgenommen hat, diese Erfahrungen den Menschen zur Verfügung zu stellen. Meistens ermöglicht Heilung den nächsten Schritt auf deinem Seelenweg. Sie öffnet eine Tür und du gehst hindurch.
Deine Seele ist hier, um sich voll und ganz als das lichtvolle, liebende Licht zu erfahren, das du in Wahrheit bist. Dafür hat deine Seele sich zuvor mit anderen Seelen hier verabredet, mit denen sie zusammen diese Erfahrungen machen kann – angenehme wie schmerzhafte.
3. Heilung ist kein Hexenwerk.
Es wird nichts „weggezaubert“ bei der Heilung, obwohl es sich manchmal so anfühlt. Heilung ist kein schneller Eingriff, der alle Symptome verschwinden lässt, ohne dass es dich berührt. Energie kommt ins Fließen durch Bewusstsein. Bewusstsein verändert etwas sehr Konkretes: Es richtet im Körper die energetischen Felder der Zelle und der Organe neu aus. Neue Netzwerke im Gehirn werden aktiviert. So wird physisch ermöglicht, sich selbst neue Handlungmöglichkeiten im Alltag zu schaffen.
Wenn Energie fließt, dürfen auch Tränen fließen. Trauer, Schmerz, Bedauern wollen gesehen, gefühlt und anerkannt werden.
Deine klare Absicht ist dabei der Startpunkt: Neues Bewusstsein, Neuausrichtung der Energiefelder in deinem Körper – neue Netzwerke im Gehirn – eine neue Art zu leben wird möglich. Jetzt können neue Entscheidungen folgen.
4. Heilung ist keine Abhängigkeit.
Wenn du das Gefühl hast, jemand möchte dich kleinhalten oder an sich binden: dreh dich um und geh. Heilung ist keine Abhängigkeit, denn jede Heilung – ich wiederhole mich bewusst – ist eine Selbstheilung. Abhängigkeit ist energieraubend und missbräuchlich. Und der Widerspruch schlechthin zu deinem wahren Sein.
Eine Heilerin, die dich unterstützt, ist lediglich der Katalysator, der beschleunigt, um die Energie wieder ins Fließen zu bringen. Sie kann Impulse geben, Räume öffnen und halten, damit du die nächsten Schritte auf deinem Weg gehst – leichter, freier, freudiger. Die eigentliche Bewegung geschieht in dir.
5. Heilung ist nicht nur energetisch und nicht nur körperlich.
Heilung ist nicht nur energetisch und nicht nur körperlich. Sie umfasst dein ganzes System – Körper, Geist, Seele, Energiefeld, Gedanken und Emotionen. Keine Methode allein kann Heilung bewirken, Rituale, Techniken und Werkzeuge können dich unterstützen und Teil der Heilung sein. Doch ohne Bewusstsein, Integration und Veränderung im Alltag bleibt sie unvollständig. Das kann durchaus herausfordernd sein. Und hilfreich, jemanden an deiner Seite zu haben, der deine Wege begleitet.
6. Heilung ist nicht Verdrängung.
Wir sind Menschen und neigen dazu, Schmerz zu vermeiden. Und das ist ok – solange du mit deinem Leben zufrieden bist. Doch wenn du leidest, Schmerzen hast oder dich immer wieder selbst sabotierst, gilt es, ehrlich mit dir selbst zu sein und genau hinzuschauen. Was vermeidest du durch die Verdrängung?
Ich selbst habe erfahren, wie subtil spirituelle Vermeidung sein kann. Hier beschreibe ich „Spiritual Bypassing“. Wirkliche Heilung bedeutet, hinzuschauen statt wegzuschweben.
7. Heilung ist nicht, nie wieder Schmerz zu fühlen.
Schmerz, Trauer, Wut und Angst sind genauso Teil des Menschseins wie Freude, Fülle, Leichtigkeit und Harmonie.. Heilung bedeutet nicht, dauerhaft in einem Zustand von Licht, Liebe und Harmonie zu schweben. Wer das glaubt, könnte sich im Zustand der spirituellen Vermeidung befinden. Heilung macht dich auch nicht fehlerfrei, konfliktfrei oder dauerbewusst. Auch ein bewusster Mensch hat blinde Flecken und alte Muster, die sich zeigen. Heilung bedeutet nicht, über dem Leben zu stehen, sondern mitten darin.

Fazit: Heilung ist ideal, wenn du wirklich bereit bist für Veränderung.
Heilung wird kraftvoll, wenn du an dem Punkt bist, an dem du sagst: „Jetzt reicht’s!“, dann bist du wirklich bereit für Veränderung. Für dein Nervensystem ist das Alte – selbst wenn es schmerzhaft ist – vertraut. Das Neue verlangt, die Komfortzone zu verlassen. Veränderung fordert Mut.
Mein eigener Weg zur Nichtraucherin war ein solcher Prozess. Mit zwölf Jahren begann ich zu rauchen. Mit sechzehn war ein 50-g-Päckchen Tabak am Tag normal. Mit achtzehn litt ich unter chronischer Bronchitis und bei der kleinsten Erkältung waren die Lungen dicht. Krankerweise rauchte ich trotzdem weiter. Zweimal versuchte ich, aufzuhören, und kompensierte mit Essen. Die Folge war jede Woche ein Kilo mehr auf den Hüften. Die Nerven lagen blank, mir ging es jedes Mal richtig dreckig.
Beim dritten Versuch, mit vierundzwanzig, war mir klar: Es wird einen Preis geben für die Befreiung von Abhängigkeit. Gewichtszunahme, Identitätsveränderung, ein anderes Umfeld. Und ich habe ihn bezahlt. 10 Kilo mehr innerhalb von ein paar Monaten, obwohl ich das Rauchen durch Joggen ersetzte. Als Raucherin habe ich stundenlang in Kneipen gesessen, Bier getrunken und geraucht. Als Nichtraucherin ist das für mich eine völlig absurde Vorstellung, so meine Zeit zu verbringen.
Heilung verlangt oft, dass du eine alte Identität loslässt. Dass du dich neu definierst. Dass du einen Preis bezahlst, dessen genaue Form du noch nicht kennst.
Die entscheidende Frage lautet nicht: „Ist Heilung möglich?“, sondern: „Bist du bereit, den Preis für deine Befreiung zu zahlen?“
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