Dranbleiben ist kein hübscher Kalenderspruch. Es ist eine innere Entscheidung. Eine Haltung. Und oft der entscheidende Unterschied zwischen Abbruch und Durchbruch. Dranbleiben ist der Erfolgsfaktor Nummer 1. in allen Lebensbereichen.
Ob du dich von alten Mustern lösen möchtest, dein Energiefeld klären willst oder beginnst, sichtbar mit deiner Wahrheit zu werden: Der Weg fühlt sich nicht immer leicht an. Manchmal wird es sogar dichter, bevor es klarer wird. Genau dort zeigt sich, ob du weitergehst.
Ich habe diese Lektion nicht im Kopf verstanden, sondern im Körper erlebt – in einem Schneesturm.
Wenn du nur noch zwei Meter weit sehen kannst
Weihnachten 1999 war ich mit einer Freundin auf Schneeschuhtour unterwegs. Vier Tage wollten wir auf einer Winterhütte verbringen. Unsere Rucksäcke waren schwer – Käse, Zwiebeln, schwarzer Pfeffer, Öl, Spätzle. Und alles, was wir sonst noch brauchten. Der Schnee glitzerte in den verschneiten Nadelbäumen, der Großteil des Weges war gespurt.

Nach vier Stunden erreichten wir die Alm. Doch sie war nicht unser Ziel. Von dort ging es steil bergauf. Schritt für Schritt. Atemzug für Atemzug. Dann begann es zu schneien.
Erst leise. Dann dichter. Die Dämmerung legte sich über die Landschaft, Nebel zog auf. 200 Höhenmeter unterhalb der Hütte sahen wir keine zwei Meter mehr weit. Der Schnee flog uns quer ins Gesicht. Vor uns lag eine große Almwiese, die wir überqueren mussten.
Im Sommer ist sie klar strukturiert. Im Winter war alles gleich. Keine Konturen. Keine Spuren. Nur weiß. Und dunkel war es zudem. Unsere Stirnlampen beleuchteten die zwei sichtbaren Meter vor uns. Wir wussten: In der Mitte stehen zwei Lärchen. Am Ende eine große alte Tanne. Von dort führt der Weg in den Wald. Im Wald finden wir leichter Orientierung. Auf dem freien Feld nicht.
Wir waren seit sieben Stunden unterwegs. Es war dunkel. Umkehren war keine Option. Also gingen wir weiter.
Mit Stirnlampe. Breitbeinig stapfend auf unseren Schneeschuhen. Hintereinander.
Ich hatte Angst. Die Panik tauchte immer wieder auf. Ich sah den Weg nicht. Ich sah nur maximal zwei Meter vor mir.
Doch ich konnte den nächsten Schritt sehen.
Also ging ich ihn.
Mit jedem Schritt wurde die Angst leiser. Nicht sofort. Nicht komplett. Aber genug, um weiterzugehen.
Und genau das ist Dranbleiben.

Dranbleiben in der Heilung: Der entscheidende Moment
In der Persönlichkeitsentwicklung und in Heilungsprozessen ist es oft genauso. Du beginnst voller Motivation. Du spürst erste Veränderungen. Und dann kommt eine Phase, in der alte Themen hochkommen, Zweifel lauter werden oder du dich fragst, ob du überhaupt vorankommst.
Das ist der Schneesturm.
Du siehst das Ziel nicht mehr.
Du spürst Unsicherheit.
Vielleicht willst du abbrechen.
Doch genau hier entscheidet sich deine Heilreise.
Dranbleiben in der Heilung bedeutet nicht, dass du keine Angst hast. Es bedeutet, dass du dich nicht von ihr führen lässt. Es bedeutet, dem Prozess zu vertrauen – auch wenn du nur zwei Meter weit siehst.
Heilung geschieht nicht durch einmalige Erkenntnisse. Sie geschieht durch wiederholtes Hinsehen, durch Integration, durch stetige innere Ausrichtung. Durch dein „Ja“ – immer wieder neu.
Der Weg öffnet sich nicht vor dir.
Er öffnet sich unter deinen Füßen – im Gehen.
Die Quintessenz
Dranbleiben in der Heilung ist der wahre Erfolgsfaktor. Nicht Perfektion. Nicht Geschwindigkeit. Nicht sofortige Ergebnisse.
Du musst nicht den gesamten Weg erkennen.
Du musst nur bereit sein, den nächsten Schritt zu gehen.
Im Nebel.
Im Zweifel.
Im Schneesturm deiner alten Geschichten.
Irgendwann taucht die Lärche auf. Ein Zeichen, dass du auf dem richtigen Weg bist.
Irgendwann erreichst du den Wald. Hier wird es ein Stück leichter.
Und du erkennst: Der Weg offenbart sich im Gehen.
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