Wie meine frühesten Kindheitserfahrungen mein Gottesbild geprägt haben und warum eine einzige Erkenntnis meine Beziehung zum Göttlichen grundlegend verändert.
Was, wenn das Bild, das ich von Gott habe, nicht nur aus dem Religionsunterricht und dem kulturellen Umfeld entstanden ist, sondern aus den Erfahrungen, die ich als kleines Kind mit meinen wichtigsten Bezugspersonen gemacht habe? Was, wenn ich dem Leben und dem Göttlichen nur so weit vertraue, wie ich in meiner Kindheit erfahren habe, dass ich sicher bin, gehört, gesehen, beantwortet und geliebt werde?
Was meine ich mit Gott?
Das Wort Gott ist ziemlich ausgenudelt, und viele verbinden es mit Kirche, Strafe und Dogma. Mir geht es um etwas anderes. Für mich ist das Göttliche die Kraft, die allem zugrunde liegt. Sie durchdringt alles, ist in allem drin und um uns herum. Sie lässt sich nicht richtig beschreiben, weil sie für den Verstand nicht zu fassen ist. Du kannst sie Kraft der Natur nennen, universelle Energie, kosmische Intelligenz oder einheitliches Feld. Such dir das Wort aus, das für dich stimmt. Wenn ich in diesem Artikel Gott schreibe, meine ich genau diese Kraft und keine Religion.

Was hat dein Urvertrauen mit deinem Gottesbild zu tun?
Auf einem fünftägigen Schweige-Retreat mit Lola Jones habe ich erkannt: Ich habe meine frühesten Erfahrungen mit Liebe, Fürsorge, Sicherheit und Versorgung auf das Göttliche übertragen. Das war für mich wie eine kleine Erleuchtung und ist für mein Empfangen von großer Bedeutung.
Eigentlich macht das total Sinn. Und gleichzeitig hat diese Erkenntnis etwas in mir geöffnet, das ich bisher noch nicht in dieser Tiefe wahrgenommen hatte. Denn plötzlich geht es beim Urvertrauen nicht mehr nur um mein Vertrauen in mich selbst, in andere Menschen und in das Leben. Es geht auch um meine Beziehung zum Göttlichen und um die Frage, wie viel Liebe, Unterstützung und Fülle ich mir überhaupt erlaube zu empfangen.
Dass Urvertrauen in der frühen Kindheit entsteht, ist ein alter Hut. Wer genährt, geliebt und fürsorglich behandelt wurde, fühlt sich auch später in der Welt sicher. Wer sich nicht sicher, verbunden und genährt fühlen konnte, bei dem ist weniger Urvertrauen gewachsen. Neu ist für mich: Aus derselben Quelle ist auch mein Bild von Gott entstanden. Nicht nur, doch auch.
Mein Gottesbild als Kind
In meiner Kindheit war Gott für mich ein alter, weiser Mann mit Bart, der bestraft. Dabei hatte ich nie Religionsunterricht. Meine Mutter war aus der Kirche ausgetreten und hat mich nicht taufen lassen. Sie wollte mich ganz bewusst aus der Religion heraushalten. Danke dafür! Und trotzdem hat es nicht funktioniert, denn wir leben in einer christlich geprägten Gesellschaft. Diese Prägung wirkt weiter, ob wir Kirchgänger sind oder nicht, genauso wie unsere Kindheitsgeschichten wirken, wenn wir sie nicht bewusst entlassen und neu wählen. Und ein Gott, der bestraft, passte zu dem, was ich als Kind über Nähe gelernt hatte: Sie war mit Verletzung verbunden. Dazu später mehr.
Ein Bild für die Menschen und das Göttliche, das ich sehr mag: Du bist ein Wassertropfen im Ozean des Göttlichen. Anders ausgedrückt: ein individualisierter Aspekt der Liebe im Meer der Liebe.
Wie fließt Urvertrauen so, dass ich es empfangen kann?
Urvertrauen empfange ich aus der Erde und von oben aus dem Kosmos. Ich kann mich in diesen Fluss bewusst hineinstellen und empfangen. Die Energie fließt immer und ich habe den freien Willen.
Dafür sehe ich mehrere Bilder übereinander liegen:
1. Einen Donut. Mein Körper ist die Mitte des Donuts, also das Loch (Ich bin das Loch – prust! 😂) Mein Energiefeld ist der Donut drumrum.
2. Die Energie fließt von Mutter Erde durch mich hindurch, tritt an meiner Krone aus und geht zum Vater Kosmos, zur Quelle allen Seins.
3. Von der Quelle fließen die Energien durch mich durch – Körper und Energiefeld – in die Erde hinein, bis zum Herz von Mutter Erde.

Und dein ganzes Feld empfängt so viel, wie du reinlässt. Ach Mist, doch wieder selbst verantwortlich 😉
Anders ausgedrückt: Hängt dein Donut mit anderen an der Stange des Kollektivs? Bist du noch gefangen in den alten Geschichten? Oder ist dein Donut-Loch offen für den Fluss des Lebens und hüpft in Leichtigkeit und Freude fluffig herum?

Wie das Göttliche mir nähergekommen ist
Bisher habe ich Urvertrauen immer nur ins Leben hinein gedacht, in die Erde als sicheren Platz. Gott war für mich weit weg, irgendwie gefährlich – in der unbewussten Übertragung meiner frühesten Erfahrungen. Jetzt ist das Göttliche wieder nähergekommen. Und das berührt mich gerade total: dass es ein sicherer Platz ist, der mich nähren und lieben will und mir alles geben möchte, was ich mir wünsche. Wie schwer Empfangen oft ist, habe ich in meinem Artikel Empfangen lernen beschrieben.
Mit deinem freien Willen kannst du dich bewusst dafür entscheiden, alles Gute, was das Göttliche zu bieten hat, zu empfangen. Die einzige Frage bleibt: Wie viel Gutes erlaubst du dir?
Was passiert, wenn du dir nichts wünschen darfst?
Wenn du früh gelernt hast, dass Nähe mit einem Preis verbunden ist, traust du dich unbewusst nicht mehr, dir etwas zu wünschen, und überträgst das auch auf Gott.
Mir ist klar geworden: In meinem Unterbewusstsein ist gespeichert, dass ich vorsichtig sein muss mit dem, was ich mir wünsche. Entweder bekomme ich es sowieso nicht, oder ich muss hart dafür bezahlen. Der Hintergrund: Nähe und Fürsorge waren bei mir früh mit Verletzung verknüpft. Wie ich diese Erinnerung viele Jahre später wiederbekommen habe, kannst du auf meiner Seite Veras persönliche Heilungsprozesse nachlesen. Als Kind habe ich gelernt: Alles, was sich nicht richtig anfühlt, muss ich wegpacken, damit ich Verbindung und Nahrung bekomme. Der Preis war, nicht ich sein zu dürfen mit dem, wie ich mich fühle. Diese Verknüpfung habe ich auf das Göttliche übertragen.
Ich wünsche mir eine Partnerschaft. Ich wünsche mir ein erfolgreiches Unternehmen und dass ich von dem leben kann, was meine Berufung ist. Und gleichzeitig muss ich gerade lächeln, denn etwas, das mir am Herzen liegt, hat sich schon gezeigt: Verbundenheit mit Menschen. Ich arbeite aktuell in Küche und Service und mache das wirklich gern. Wir sind ein großes Team, arbeiten herzoffen miteinander und machen Menschen mit Essen glücklich. Ein schönes Miteinander in Verbundenheit zu kreieren, zu leben und zu genießen, macht mich glücklich. Das habe ich mir kreiert.
Wie das Göttliche wirklich ist
Das Göttliche ist nicht so, wie mein Kind-System es gespeichert hat. Ich darf mich bedienen und Spaß haben und das Leben genießen. Die Erde als Schlaraffenland, als Paradies.
Das Göttliche ist für mich eher so, wie wirklich liebende Eltern, die das absolut Beste für ihr Kind wollen und ihm alles zur Verfügung stellen. Im großen Ozean ist alles vorhanden, genauso wie im kleinen Wassertropfen.
Warum fällt es an manchen Orten leichter, dich dem Göttlichen zu öffnen?
Das Umfeld bestimmt mit, wie präsent das Göttliche ist und wie leicht du dich dafür öffnen kannst.
Ich war mit Peter, meinem besten Freund, den ich seit 30 Jahren kenne, in Indien, in Haridwar, einem sehr heiligen Ort am Ganges. Ich war total erschöpft von der Reise, es war heiß, und ich wollte einfach nur raus aus der Hitze und etwas trinken. Peter dagegen strahlte wie ein Weihnachtsbaum. Seine Augen leuchteten goldgrün. Es war unfassbar schön, ihn so zu sehen. Ich selbst habe damals nichts gefühlt.

Heute verstehe ich: Wo viele Menschen zusammenkommen und sich für das Göttliche öffnen, ist es präsenter und leichter zu spüren. Es sind viele offene Donuts – Wassertropfen-Donuts nebeneinander, und auch der Raum zwischen ihnen wird lichter und leichter. Damals konnte ich noch nicht empfangen, aber ich konnte Peter sehen. Und im Rückblick fällt mir auf, wie viele Situationen mich vorbereitet haben. Irgendwann zeigt sich das ganze Bild, wie Puzzleteile, die ineinanderfallen. Mit dem Erkennen wächst das Vertrauen.
Wie sieht dein Gottesbild aus?
Vielleicht magst du dich fragen: Welches Bild von Gott hattest du als Kind? Was hast du aus deinen ersten Lebensjahren auf das Göttliche übertragen? Darfst du dir etwas wünschen? Und wo spürst du in deinem Körper dein Empfangen? Sind oben und unten gleich offen?
Eine kleine Übung dazu, sie dauert etwa drei Minuten. Setz dich bequem hin, die Füße auf dem Boden. Atme ein paar Mal tief ein und aus. Stell dir vor, du bist ein Wassertropfen im Ozean des Göttlichen. Spüre unter dir die Erde und über dir den weiten Raum des Kosmos. Wo fließt es leichter, von unten oder von oben? Wo spürst du in deinem Körper ein Zögern? Du musst nichts verändern, nimm nur wahr. Und dann frag dich: Wie viel mehr darf ich heute empfangen?
Schreib mir gern in die Kommentare, welches Gottesbild dich geprägt hat. Wenn du dein Urvertrauen stärken und das Göttliche gemeinsam spüren möchtest, findest du mich jeden Montag in der wöchentlichen Heilsession. Und wenn du regelmäßig Impulse für dein Genährtsein möchtest, melde dich zu meinem Newsletter an.
Licht, Liebe und Segen, deine Vera 😇✨💫💞
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