Heute war so ein Tag, an dem sich innerhalb weniger Stunden ein ganzes altes Muster vor mir ausgebreitet hat. Ein Moment, der mich verletzt hat. Ein Nachmittag im Wald, der mich zurückgeholt hat. Und eine kleine, unscheinbare Beobachtung, die mir gezeigt hat, wie tief ein Glaubenssatz sitzen kann, ohne dass ich ihn je klar benannt hätte. Ich teile diesen Tag so roh, wie ich ihn erlebt habe, weil ich glaube, dass sich darin auch etwas von dir wiederfinden könnte.
Rausgeschickt
Ich war früh startklar, hatte mich vorbereitet, war kurz frühstücken und kam pünktlich zurück, um meine Session zu halten. Als ich den Raum betrat, saß dort bereits eine kleine Runde, und mir wurde in einem Ton, der mich sofort auf die Palme brachte, mitgeteilt, ich solle bitte wieder gehen. Ich blieb, so lange ich musste, um meine Sachen zusammenzupacken, und ging dann tatsächlich weinend hinaus.
Was diese Situation in mir angetriggert hat, war weit größer als die Szene selbst: Ich werde weggeschickt. Ich gehöre nicht dazu. Ich bin nicht willkommen. Ein Satz, drei Variationen, ein Gefühl, das ich schon sehr lange kenne.
Und das Muster setzte sich fort. Nur Stunden später wollte ich mich zwei Menschen anschließen, die gerade im Gespräch waren, und wieder hieß es sinngemäß: gerade nicht. Wieder dieselbe Kerbe. Wieder dieses Gefühl, außen vor zu sein.
Zurück in den Wald
Ich habe mir Zeit genommen. Bin raus, habe mich einfach hingesetzt und die Aktivierung da sein lassen, ohne sie wegmachen zu wollen. Die Erinnerungen waren da, ich fühlte die Emotionen, öffnete mein Herz für die kleine Vera, die das immer wieder erlebte. Und nach einer Weile wurde mein Kopf leichter, mein Hals war nicht mehr so eng. Ich, die Erwachsene war wieder da.

Was mir dabei klar wurde, war eigentlich ganz simpel und trotzdem riesig: Ich bin. Und dadurch, dass ich hier bin, gehöre ich schon dazu. Nicht, weil ich mich das verdient hätte. Nicht, weil ich nützlich, freundlich oder angenehm war. Einfach, weil ich bin.
Das Muster, das ich nie so klar gesehen habe
Später am Tag saß ich mit jemandem am Tisch, der beruflich seit vielen Jahren junge Menschen begleitet. Als einer dieser jungen Menschen dazukam, konnte ich live beobachten, wie mein Gegenüber innerhalb von Sekunden umschaltete: von einem Gespräch auf Augenhöhe hinein in einen professionellen, fürsorglichen Arbeitsmodus.
Dieses Umschalten von außen zu sehen, hat mir meinen eigenen Schalter gezeigt. Ich erkenne ihn jetzt: Wenn jemand mir nahekommt, schalte ich ebenfalls um. Ich beginne zu geben, aufmerksam zu sein, ein gutes Gefühl zu erzeugen. Ich mache das, wie meine Mutter es konnte: Menschen ein Gefühl geben, gesehen und geliebt zu werden.
Nur jetzt fühlt es sich an, wie ein zu enger Mantel, dem ich entwachsen bin. Und lange dachte ich, es sei die Nähe selbst, die mich erschöpft. Heute wurde mir klar: Es ist nicht die Nähe. Es ist das permanente Anschalten in der Nähe, das mich auslaugt. Der alte, unausgesprochene Auftrag dahinter: Mein Sein allein reicht nicht aus, ich muss etwas dafür bringen.
Raum einnehmen, weil ich dazugehöre
Genau hier verbindet sich der Vormittag mit dem Nachmittag. Hinter dem „ich werde weggeschickt“ von heute Morgen steckt möglicherweise dieselbe alte Gleichung: Wenn ich keinen Nutzen bringe, werde ich nicht behalten.
Und genau dagegen steht, was ich im Wald wiedergefunden habe. Ich muss niemandem ein gutes Gefühl geben, um bleiben zu dürfen. Ich darf herzlich sein und trotzdem wortkarg. Interessiert und trotzdem mit mir selbst beschäftigt. Ich darf auch mal nicht nice sein, Ecken und Kanten haben, den Raum wie selbstverständlich einnehmen, ohne mich ständig dafür zu rechtfertigen.

Vielleicht kennst auch du dieses Muster, dich für andere anzuschalten, um sicherzugehen, dass du bleiben darfst. Falls ja: Du darfst genauso wie ich heute wiederfinden, dass dein Sein allein reicht. Nicht dein Nutzen. Nicht deine gute Laune. Nicht deine ständige Verfügbarkeit.
Ich nehme Raum ein, nicht damit ich endlich dazugehöre. Ich nehme Raum ein, weil ich längst dazugehöre.
„Ich bin Licht. Ich bin Liebe. Ich bin Freiheit. Ich bin gold. Und ich bin Mensch.“
Licht, Liebe und Segen, deine Vera 💞✨💫
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